NDN Nearly Daily News


auf der reise: teil 5
20. Dezember 2009, 12:40
Abgelegt unter: News

17.12.2009 09:25 (mez +9)

news from the day trippers

in einem kleinen kaff namens town of 1770 (benannt nach dem jahr der entdeckung durch captain cook) habe ich mich für zwei tage in einem entspannten hostel resort niedergelassen. grundsätzlich ist das leben hier so gemütlich, dass es einem schwer fällt überhaupt weiter zu fahren. aber faulheit ist schliesslich das ende einer jeden abenteuerreise und wie schon freddie mercury, dass tragischerweise verschiedene idol generationen von homosexueller, gesagt hat: „the show must go on“.

die show wird auch weiter gehen. aber erst morgen. heute nehme ich mir nach langem mal wieder die zeit, um meinen blog zu aktualisieren. eine sache die in den letzten monaten immer seltener geworden ist. dabei mangelt es nicht an inspiration. viel mehr ist es die zeit und natürlich die unregelmässige verfügbarkeit von nutzbarer elektrizität und internetzugang. die bisherige reise hat uns über caloundra nach bundaberg und schliesslich nach agnes water, respektive town of 1770 geführt. unterwegs gab es nebst den endlosen sandstränden auch einiges interessanteres zu sehen. so zum beispiel das mehr als absonderliche ritual grosser meeresschildkröten beim legen ihrer eier am strand von bundaberg. dabei konnte man bei nacht aus aller nähe beobachten, wie die trägen tiere ihre eierkammer graben, eine vielzahl von eiern darin ablegen, das loch fein säuberlich zubuddeln und schliesslich wieder zurück ins wasser schlurfen – ein besseres wort um diesen zustand von schaufelnder-schleif vorwärtsbewegung zu beschreiben ist mir nicht bekannt. natürlich wurde dem zuschauer in einem informativen videofilm die nötigkeit von schildkrötenschutz und forschung näher gebracht. doch trotz aller massnahmen, scheinen jahr für jahr weniger der tiere an den stränden der coral coast zu landen. und man fragt sich warum. naja. „man“ fragt sich – ich nicht. ich weiss wieso; stellen sie sich vor, sie befinden sich am ende des neunten monates, kurz vor der niederkunft. nachdem sie monatelang alleine durch das meer gepadelt sind, erreichen sie endlich die sandige entbindungsstation. mit ihren beinen in gespreizter stellung liegen sie trächtig und bauch voran im sand – ein tiefes, unter viel anstrengung selber gegrabenes loch unter ihnen. während zwei park ranger mit taschenlampen ihren unterleib beleuchten, wundern sich mehr als siebzig zuschauer über die schmerzhaft angeschwollenen geschlechtsorgane. im blitzgewitter gieriger touristenkameras pressen sie schliesslich mehr als 140 kinder aus ihrem leib während ihnen der ranger mit einer zange eine neue erkennungsplakette um den finger klemmt. würden sie beim nächsten mal an den selben platz zurück gehen?

die reise in den nördlichen teil der ostküste scheint für den australischen standart allerdings etwas untypisch. die küste ist verhältnismässig dicht besiedelt und somit wird man nur selten mit der aus reisebroschüren bekannten einsamkeit konfrontiert. und natürlich ist die küstenregion genügend mit wasser versorgt um den wunderbar grünen, tropischen regenwald bei laune zu halten. als autofahrer erfreut man sich also komfortabler bedingungen. die faszination bleibt allerdings dieses allgegenwärtige gefühl von freiheit welches einem ständig begleitet. die grösse des landes und die möglichkeit, jeden tag ein weiteres, unbekanntes stück australien zu erforschen.



schlussbericht: mt tamborine
20. Dezember 2009, 12:37
Abgelegt unter: Auf der Reise

05.12.2009 04:27 (mez +9)

die wahrheit und nichts als die wahrheit – in zensierter form

aus persönlichen gründen habe ich mich entschlossen, den mt tamborine etwas früher zu verlassen als geplant. in ausführlicher form habe ich die gründe dafür niedergeschrieben und auch die düstersten geheimnisse beleuchtet. es war die abrechnung – der tag des verbalen jüngsten gerichtes. doch retrospektiv betrachtet ist es nicht nötig der welt preis zu geben, was ich in dieser zeit gelernt und erlebt habe. ich lasse daher selbstzensur walten und verstaue den ursprünglichen text in der schublade des vergessens – versteckt unter ungewaschenen socken, gebrauchtem toilettenpapier und roland emmerichs filmischer meisterwerke.

zurück bleibt die positive erinnerung an fünf monate voller spannender ereignisse, wunderbarer landschaften und liebenswerten australiern. ein ort also, an welchem man gerne wieder zurück kehrt. wenn man von den einheimischen etwas lernen kann, dann dass unsere zeit auf erden einfach zu kurz ist um negativen erlebnissen nach zu hangen – „this is aus-fucking-stralia, maid“. ich richte also meinen blick nach vorne und lasse für einmal die bissigen randnotizen. bei den fleissigen lesern entschuldige ich mich natürlich in aller form dafür. wer interessiert sich schon für friede und freude, wenn er sich durch das textgewordene schmutzwasser fremder menschen dreckiger wäsche lesen kann. aber leute: ich bin am anderen ende der welt – ihr könnt mich also alle kreuzweise :-)



FACHLICH FÜR SCHWAMMKOPF
10. November 2009, 00:38
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kkk_wortspiel_022_schwamm



LUSTIGER ZEITGENOSSE
10. November 2009, 00:36
Abgelegt unter: K3 Wortspiele | Schlagwörter: , , , ,

kkk_wortspiel_021_zeitgenos



zwischenbericht: mt tamborine
21. September 2009, 23:28
Abgelegt unter: Auf der Reise

21.09.2009 07:30 (mez +8)

endstation für arachnophoben und philatelisten

hat man sich erst mal auf dem mt tamborine eingelebt, fallen einem zwei markante unterschiede zu europa auf. erstens: die wunderbare und farbenfrohe vegetation, eine flora wie man sie zu hause nie gesehen hat. und zweitens: die mindestens ebenso farbenfrohe tierwelt – genau so vielseitig und bunt wie die inneren organe welche bei den ausstellungsmodellen am strassenrand plakativ zur schau gestellt werden. es ist ein gutes gefühl in einer intakten welt zu leben. einer welt wo noch genügend tiere vorhanden sind, um schamlos überfahren zu werden. wenn auch an allen ecken und enden „drive careful: coalas & kangaroos“-schilder die landschaft zieren, sieht man doch nur in ausnahmefällen ein lebendiges exemplar. allein auf unserem arbeitsweg säumen mehr tote hasen, oposums und truthäne die fahrbahn, als es ungeniessbaren käse im regal des australischen supermarktes gibt – und das ist eine beachtliche anzahl.

in australien begegnen einem allerdings noch wesentlich unschönere dinge. achtbeiner mit übergrösse zum beispiel, welche arachnophoben kalten angstschweiss die stirn herunter laufen lassen… ich habe ihn persönlich erlebt, diesen unschönen schweiss. bei der garten arbeit hat es mich überrascht. wobei „es“ situationsbezogen wesentlich harmloser klingt als „es“ in wirklichkeit war. „es“ wäre vielleicht angebracht beim beschreiben einer biene, eines marienkäfers oder meinetwegen eines kugelschreiber langen regenwurms. aber keineswegs umschreibt „es“ die schreckliche erscheinung, welche meinen pulsschlag in die höhe trieb. beim entfernen hartnäckiger effeurückstände, eingeklemmt zwischen einem wassertank, dem überwachsenen schuppen und palmenartigen sträuchern, ist sie mir begegnet. eine spinne der gattung huntsman, faustgross – und ich spreche hier nicht von kinderfäusten. nur wenige zentimeter vor meinem gesicht hat sie halt gemacht und mich mit ihren hosenknopf grossen augen skeptisch gemustert. das sie mich angefaucht hat ist kaum zu glauben. wäre aber auch gelogen. und trotzdem hatte ich das gefühl, einen warnenden laut gehört zu haben. wer sich in der kunde der arachniden auskennt weiss, dass diese art von spinne gerne springt und beisst. ihr biss ist zwar nicht tödlich, aber anhande ihrer grösse schätze ich, dass sie sich bei schlechter laune problemlos mit meinem arm hätte davon machen können. nachvollziehbar also, dass mich ein unangenehmer schrecken überkam. ein schrecken so gewaltig, dass er einem ängstlichen menschen das essen des vorabends im express verfahren durch die frische unterwäsche in die ausgetragenen jeans püriert hätte. so stand ich ihr gegenüber. einer spinne deren fleisch eine zehn köpfige familie aus botswana mehrere wochen am leben erhalten könnte. eine spinne so gefährlich wie ein tiger, nur mit mehr beinen. eine spinne von alptraumhaften aussehen und mehr körperbehaarung, als ein ausgewachsener bison. augen in auge standen wir da… und dann habe ich sie erschlagen. in australien muss man sich schliesslich daran gewöhnen.

nicht minder beängstigend wie die vielzahl tödlicher kriechtiere, ist allerdings die freude der hügelbewohnern an lustigen briefkasten. kreativität kennt hier keine grenzen. und unsereins verzieht bei so viel bastelfreude nur fragend das gesicht. umgebaute milchkannen, vogelhäuschen, metallrohre im selbstschweissverfahren oder mittelalterliche eisenhelme. erstaunlich dabei ist jedoch, dass nur die wenigsten davon die grösse haben, um einen regulären brief im din format aufzunehmen. die postbeamten müssen zwangsläufig experten in origami faltkunde sein. entsprechend spannend gestaltet sich auch das herauslösen der liebevoll in den kasten eingearbeiteten briefe. werbesendungen und rechnungen gleichermassen komprimiert und bis zur unkenntlichkeit gefaltet – briefmarkensammler haben hier einen schweren stand.

abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass diese geschichten zwar der wahrheit entsprechen, aber natürlich nur einen kleinen teil des australischen alltages ausmachen. lasst euch also nicht abschrecken, down under hat zweifelsohne auch seine guten seiten.



OSRAMA BIN LADEN
2. September 2009, 02:50
Abgelegt unter: K3 Bern Süd

kkk_osrama



AUF DER REISE: TEIL 4
4. August 2009, 06:57
Abgelegt unter: Auf der Reise

25.07.2009 17:50 (mez +8)

vierte station: mt tamborine (gold coast, queensland)

der flug mit virgin blue ist schnell und unkompliziert und nach ein paar schüchternen blicken, finden wir schliesslich auch unser empfangskomitee. schnell wird klar, dass die gold küste ein schöner ort zum leben ist. die tropische vegetation, die strände, die überschaubaren ortschaften (mit ausnahme der millionenstadt brisbane natürlich) sowie die traumhafte, hügelige landschaft nur wenige kilometer vom meer. und irgendwo dort oben, auf dem etwa gurten hohen berglein, steht unser künftiges feriendomizil. gespannt aber verhältnismässig gelassen werden wir über kurvenreiche strassen chauffiert. abgelegen ist es hier. kein ort für partytiger. rund eine stunde fährt man bis an die strände des gold küsten party mekkas surfers paradise. doch mich kümmert das nicht weiter. das budget ist ohnehin knapp und australien überschreitet in vielerlei hinsicht das schweizer preis/leistungs niveau. nach einer verwirrenden fahrt durch ländliche gegenden, vergleichbar mit einer fahrt über den gotthardpass, erreichen wir das anwesen unserer gastgeber. bereits vor ort ist das zweite empfangskomitee. eine bunte mischung aus handtaschen kompatiblen kuschelhunden und rottweilern die nicht minder kuschelbedürftig erscheinen. mit sicherheit würde man sich als einbrecher beim anblick einer schätzungsweise 200 kilo schweren rottweilerdame selber nass machen. sieht man das tier aber erst mal auf dem rücken liegend, mit allen vieren von sich gestreckt, ist es vorbei mit dem unguten gefühl. wie gesagt: alles nur kuscheltiere. aller erster güte.

nach einem kurzen spaziergang über das weitläufige und eindrückliche anwesen der gastfamilie werden wir an den eigentlichen zielort begleitet. und die erste herausforderung steht bereits vor der tür. unser fahrbarer untersatz für die nächsten monate. ein automobil deutscher herkunft vom typ volkswagen der generation golf. das an sich verunsichert mich nicht. es ist eher die tatsache, dass ich nach fast 10 jahren autofahren und plötzlich auf der linken seite einsteigen muss – um auf der rechten strassenseite zu fahren wohlverstanden. in solchen momenten ist man mehr als dankbar für einen aufmerksamen co-piloten. hilfreiche hinweise wie „fährst du nicht auf der falschen seite“, dürften für das überleben auf längere frist essenziell gewesen sein.

schluss und endlich neigt sich ein langer tag dem ende zu. gegen 17.00 uhr beginnt die nacht ihre fängen um australien zu legen und bereits um 18.00 uhr hat man das gefühl, längst im bett sein zu müssen. wir haben unseren zielort erreicht. ein geräumiges häuschen nach typisch australischer bauart, ohne heizung, dafür mit klimaanlage; was einem bei arktischen 8 grad celsius in der nacht nicht unbedingt freude macht. doch das bett ist bequem und wenigstens die decken wärmen einem zufriedenstellend. nach weiteren 1000 kilometern reiserei, habe ich mir doch ein bisschen schlaf verdient…



ZWISCHENBERICHT: LEBEN UND ESSEN IN OZ
4. August 2009, 05:05
Abgelegt unter: Auf der Reise

australier sind ähnlich wie briten: freundlich und anständig aber keine ahnung von gutem essen. gespiesen wird vornehmlich an sogenannten food courts. hier versammelt sich die crème de la crème der fastfood industrie und preist ihre produkte zu günstigen preisen an. glücklich ist, wer gerne isst. traurig die, welche nach dem essen gerne eine zigarette rauchen oder ein bierchen trinken. spätestens hier fehlt den aussies der sinn für humor und auch dem raucher vergeht bei 10 dollar pro 20 zigaretten das grinsen. wer sich also tagelang bei hungry jacks (aka burger king), mc donalds, subway oder beim dunkin donuts verköstigen kann, fühlt sich in down under schnell wie zu hause. wer neben steak auf toast mit chips aber auch noch andere vorlieben hat, muss weiter suchen. doch ähnlich wie in england, gibt es auch hier ein paar erwähnenswerte ausnahmegerichte. was in grossbritannien die fish & chips sind, sind in australien die pies – auf gut deutsch kuchen. die meisten davon mit fleischigem inhalt. gefüllt werden diese leckerbissen mit nahezu allem was vier beine hat und sich als nahrung für menschen eignet. nebenbei werden kartoffeln, zwiebeln und andere gemüse verarbeiten und in den teig gepackt. in restaurants, pubs und cafes mit speisekarten gibt es die warmen mahlzeiten zu kaufen. und für die kuchenzeit zu hause, sind sie in jedem supermarkt in einer vielzahl erhältlich. es ist eine wahre freude und während ich hier schreibe, würde ich am liebsten den ofen wärmen und eine weitere pie aufbacken. man stelle sich das vor: köstlich, knusperiger teig umgibt eine liebevoll zubereitete und von hand vermengte mischung aus australiens bestem, wohlgenährtem rind, handerlesenem, biologisch angebautem gemüse sowie einer gekonnt abgestimmten gewürzmischung. es ist ein gaumenschmaus. in meinen ersten zwei wochen hier habe ich mit sicherheit die australische pro kopf kuchenstatistik um eine vielzahl erhöht.

behält man diese umstände im kopf, kann man sogar bei gesalzener butter, ungesalzenem brot, kautschuk ähnlichem käse oder kartoffelstock mit dem geschmack von styropor ein auge zudrücken. überigens: im supermarkt gibt es original st. galler rösti – hergestellt von bischofszell in der schweiz. die welt ist und bleibt ein dorf…

ach und übrigens. mein tip: neben den pies auch mal eine herzhafte „beef & beer“ suppe probieren. gibts von heinz in der dose für knappe 3 dollar.

food_collage



DAS ZITAT DES TAGES
29. Juli 2009, 00:24
Abgelegt unter: Auf der Reise

denise: „erstaunlich in wie gutem zustand die strassen in australien sind“. michel: „australien ist schliesslich kein entwicklungsland“. denise: „der aargau ja auch nicht und schau dir die strassen dort mal an“.



AUF DER REISE: TEIL 3
25. Juli 2009, 07:42
Abgelegt unter: Auf der Reise

13.07.2009 17:50 (mez +8)

dritte station: sydney

base backpackers sydney am frühen nachmittag. die verspätung hat sich zu unserem vorteil entwickelt. das zimmer war bereits fertig und so konnten wir uns nach einer gemütlich dusche endlich richtig zur ruhe legen. das war bitter nötig. die ewige zeitverschieberei macht einem zu schaffen. das base ist zwar ein typisches hostel, aber wer müde ist kann überall schlafen. mit typisch meine ich nicht nur den allgemeinen komfort, sondern auch das benehmen der bewohner. mindestens 20 stunden vollbetrieb täglich, lärm, rucksäcke und leicht bekleidete typen die gerade von der dusche kommen. warum man nie eine vergleichbar angezogene dame trifft, bleibt eines der letzten mysterien dieser erde. die zimmer sind puristisch aber weit weg von stielvoll ausgestattet – das wort eingerichtet möchte ich an dieser stelle bewusst vermeiden. die klima anlage macht einen höllen lärm und kühlt dafür umso weniger während, wie für backpacker hostels so üblich, mit sicherheit nie alles auf einmal funktioniert. wenn denises schlüsselkarte für das zimmer nicht geht, funktioniert meine dafür im waschraum nicht. wenn der wasserhahn nicht tropft, hat dafür die dusche kein warmes wasser. ein hostel eben. nichts desto trotz. viel zentraler leben kann man in sydney kaum und so machten wir am tag nach unserer ankuft auch die ersten ausflüge zu fuss.

wie die meisten grossstädte dieser welt zieht auch sydney touristen an wie ein hundehaufen fliegen. die attraktionen sind überall und unübersehbar. doch ähnlich wie bei den erotischen mitternachtsfilmen im zdf, bleibt am ende das gefühl etwas habe gefehlt. seien es nun die brüste im öffentlich rechtlichen oder die eigentliche attraktion im sight seeing bereich. aus ein paar niedlichen seekühen werden so schnell „the true mermaids from the mystic dungeon“ und aus einer kinovorstellung auf wackeligen sitzen eine „amazing 4d cinema experience“. es ist zum mäuse melken. natürlich langt der geneigte tourist für sämtliche attraktionen tief ins portemonnaie und so bezahlt man schnell einmal 180 dollar nur um über die berühmte harbour bridge zu klettern – wers nötig hat. nervenkitzel gibt es allerdings auch wesentlich günstiger, wie euer lieber freund der ferienblogger feststellen musste. beim überprüfen der habseligkeiten kurz vor dem eintreffen im hostel bemerkte ich, dass sowohl mein pass, wie auch das visum fehlten. eine ärgerliche sache wenn man bedenkt, wie lebenswichtig diese dokumente sind. binnen kurzer zeit sind mir all die albtraumhaften horrorvisionen durch den kopf geschossen. die suche nach der schweizer botschaft und das verbringen der restlichen ferien im aufenthaltsraum ebendieser. oder die belächelnden blicke bei der passkontrolleure am flughafen, wenn man versucht zugang mit einer abgelaufenen exlibris kundenkarte zu ergattern. doch glücklicherweise war auch da ein freundlicher australier zu stelle und hatte pass, visum sowie den dokumente umsäumenden stadtplan feinsäuberlich am ort des verlustes hinterlegt – in einem restaurant nahe der strandpromenade darling harbour…

gegessen haben wir dort übrigens gut.

die ersten eindrücke von down under

der durchschnittliche australier ist aussergewöhnlich freundlich und hilfsbereit. kann einem zum beispiel der eine nicht weiter helfen, hilft einem dafür der zweite – unaufgefordert wohlverstanden. es ist ein gutes gefühl zu wissen, dass man nicht alleine ist. gerade in einem land mit diesen dimensionen. ein ebenso markanter gesichtszug der aussies, ist ihr gemässigter gemütszustand. meldet man sich im hostel zum dritten mal an der rezeption weil man mit seiner zugangskarte nicht in die toilette kann, wird man mit sätzen wie „ich werde wohl mal die batterie auswechseln müssen – brauch doch so lange die toilette im nächsten stock“ vertröstet. ein ganzes stockwerk ohne toilettenzugang also – doch wen kümmert das schon? in down under nimmt man es locker. denkt man in solchen momenten an zu hause, in meinem falle an die gute alte schweiz, wünschte man sich plötzlich ebenfalls ein wenig mehr easy living. schliesslich beweisen die australier, dass es auch mit weniger regelungen und einschränkungen funktioniert. muss man sich bei uns an 1000 bauvorschriften, brandschutzbestimmungen und reglementierungen halten, baut man hierzulande einfach mal drauf los. manchmal, und das muss man den aussies ebenfalls lassen, beweisen sie dabei sogar eine gehörige portion humor. anders kann ich es mir zumindest nicht erklären. in einem gemütlichen lokal nämlich, nahe sydneys china town*, wollte ich mir nach dem hände waschen die finger trocknen. da viel mir auf, dass keine 10 zentimeter unter dem automatischen händetrockner eine steckdose montiert war. man klar kann sich an dieser stelle fragen, ob nun der händetrockner oder die dose zuerst da war. tatsache bleibt, dass die chance auf einen lebensgefährlichen stromschlag durch diese art der anordnung um ein mehrfaches steigen. man stelle sich die gesichter bei der zuständigen prüfstelle in der schweiz vor.

*in sydneys china town gibt es übrigens hammermässiges essen zu super günstigen preisen.