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vier tage schönstes wetter, sommerliche temperaturen und eine handvoll dauergäste waren nötig dazu. das erste mal in der geschichte der ndn, ist das tagesgeschäft ausgefallen. keine gedanken zum tag, keine neuigkeiten und keine nutzlosen beiträge des kultur kreis kommandos. gähnende leere anstelle von zahlreichen schriftzeichen und bilddaten. es ist ein gefühl der erleichterung. erstens das erstaunen darüber, dass sich die welt trotz allem weiter dreht. zweitens das wohlgefühl endlich gewagt zu haben, was früher oder später ohnehin hätte kommen müssen: das ende der täglichen bloggerei. zur zeit sieht die zukunft der ndn allerdings noch einiges düsterer aus. längere abwesenheit wegen ferien und die geplante reise ins ferne australien, machen das texten und bilder basteln aus zeitgründen unmöglich – manchmal muss man eben prioritäten setzten. doch es gab auch andere anzeichen. ermüdungserscheinungen würde ich sie mal nennen. deutlich bemerkbar war es bei themen und schlagezeilen, welche mich von vor wenigen monaten brennend interessiert hätten. nehmen mir zum beispiel meinen liebling, grossrat thomas fuchs. mit freude hätte ich mich lustig gemacht über die art und weise, wie sein gesicht in die teigige masse eingearbeitet wurde die aus medizinischer sicht wohl sein kopf sein muss. ich hätte mich über sein erscheinen in den medien öffentlich mokiert und mich selber ob der berichterstattung der tageszeitungen genervt. doch diese zeiten sind vorbei. ich bin im einklang mit mir selber.
bei den treuen lesern bedanke ich mich in aller form. und natürlich ist es nicht auszuschliessen, dass die nearly daily news früher oder später reaktiviert werden – vielleicht in form eines online tagebuches über das leben des m. in down under. doch das steht in den sternen geschrieben und mit grosser sicherheit kann das noch nicht einmal madame etoile voraussagen. ich verabschiede mich fürs erste mit einem sommerlichen sprichwort und wünsche allen eine gute zeit.
gut geschwitzt ist halb geduscht
m. frutig 2009
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oder argumentieren auf wespisch
wir menschen sind schon eine merkwürdige spezies. in tausenden vom gesetzbüchern haben wir zwischenzeitlich alles verboten und strafbar gemacht, was die zwischenmenschliche kommunikation vereinfachen und erleichtern könnte. bewusst wurde es mir einmal mehr dank der natur, die für ihren dialog wesentlich einfachere und verständlichere formen wählt. es geschah vergangenen freitag auf meiner terrasse. nichts ahnend wollte ich meinen arm im eigenen schoss versenken, als sich ein unangenehmes stechen in der unterarmgegend bemerkbar machte. erschrocken zog ich meinen arm zurück und starrte auf eine wespe, welche es sich auf meinem schoss gemütlich gemacht hat. unmissverständlich hat mir das fliegende insekt klar gemacht, dass ich meinen arm gefälligst an einem anderen ort lagern soll – und das obwohl ich kein wespisch spreche. in unserer sprache wäre ein notariell beglaubigtes schreiben in dreifacher ausführung an die beteiligten parteien gegangen, angefochten worden, zurück gewiesen und schliesslich hätte man sich damit abgefunden, seinen lebensabend mit einem fremden arm auf dem kopf zu verbringen. nicht so die wespe. die redete klartext.
ich möchte an dieser stelle nicht zu übertriebener gewalt auffordern. aber meiner meinung nach wäre die welt ein besserer ort, wenn man sich ab und zu einfach kräftig auf die rübe hauen würde. unmissverständlich und ohne der eigenen oder einer fremden sprache mächtig sein zu müssen.
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eine ode an das monbijou
das die allgemeine wetterveränderung einfluss auf die psyche der menschen haben kann, ist längst bekannt. man geht sogar davon aus, dass gezeiten, sternenkonstelationen oder vollmond phasen einfluss auf den menschen nehmen. ziehen nach einem strengen winter jedoch die ersten sonnenstrahlen und wärmetage ins land, braucht es keine wissenschaft um den einfluss auf den homo sapiens zu belegen. stubenhocker, nachtmenschen, workaholics und alle anderen welche sich gerne vor tageslicht fernhalten, spriessen plötzlich wie unförmige krokusse aus dem boden. beim einkauft heute glich der bahnhof einem geschäftigen ameisenhügel voller egoistischer ameisen die nur ein ziel haben: sonnenschein mit speis und trank. mich dabei eingeschlossen. denn meine kollegen und ich gehören zur park crew.
wenn die sonne sanft die spitzen der baumwipfel liebkost, wird der grill eingeheizt und das bier kalt gestellt. es ist ein ritus; ein organischer ablauf so natürlich wie die zirkulation von alkohl in unseren adern am ende des abends. der kleine grüne fleck im herzen der stadt bern, unser monbijoupark, wird dann mit dem duft von sanft gegrilltem und liebevoll mariniertem fleisch erfüllt. in die natürliche geräuschekulisse von zwitschernden vögeln und lachenden kindern fügt sich ausserdem genüsslich das zischen von dosenbier ein – unaufdringlich und beruhigend wie das zirpen der grillen. wir sind im einklang mit der welt und der natur. wir sind teil des biologischen ablaufes. durch uns lebt und atmet der park. durch uns gedeiht das leben…
…hier ist unserer persönlicher zen garden.
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es war heute einmal mehr in den tageszeitungen zu lesen: die terrorgefahr in der schweiz nimmt zu. das ist gut zu wissen. denn wie jedem bekannt ist, fördert permanente angst die durchblutung im gehirn und wirkt sich dadurch positiv auf die arbeitsmotivation aus (was bei mir ganz offensichtlich keine wirkung zeigt). aber lassen wir für einmal die spässe und nehmen uns dem thema ernsthafter an. wo genau liegt der nutzen bei der präventiven einschüchterung und verängstigung der zivilbevölkerung? kann man aus dieser strategie einen volkswirtschaftlichen nutzen ziehen? oder anders gefragt: was genau kann der zivilist denn tun mit dem neu erworbenen wissen, nun noch etwas stetiger bedroht zu sein? reicht es denn nicht, wenn die geheimdienste, unsere staatlichen sicherheitsorgane und die polizei über das nötige wissen verfügen? natürlich hat die öffentlichkeit ein recht auf informationen. auch ich möchte aufgeklärt werden, wenn eine gruppe schweinezüchter aus mexiko mit keuchhusten auf dem berner märit einen niesanschlag verübt. oder wenn ein mufti wegen brennendem schmerz in der milzgegend hospitalisiert wird. doch ist es wirklich nötig zu erfahren, dass unter gegebenen umständen, möglicherweise und rein theoretisch jederzeit ein terroristischer anschlag gemacht werden könnte? und das die chance auf einen solchen akt der zerstörung mit grosser wahrscheinlichkeit seit dem letzten, in der schweiz nicht existenten fall noch gestiegen sind? ich denke nein. dieses wissen ist genau so unnütz wie krebs am hoden und nichts weiter als eine permanente gemütsbelastung – mit der geringfügigen möglichkeit lebensbedrohliche auswirkungen zu haben.
es wäre allerdings kein typischer ndn blog, wenn ich auch antworten auf die zahlreichen fragen liefern könnte. denn recherchen zu diesem thema anzustellen wäre mir zu anstrengend. um dafür ausreichend angstbedingte arbeitsmotivation zu generieren müsste sich das apts (amt für präventive terror statistik) einiges mehr anstrengen.
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ignorant. asozial. gesellschaftlich nicht tragbar – bestimmt denken sie an punks, neo-nazis, sd politiker oder andere angehörige von randgruppen mit eingeschränktem intellekt. für mich wurde das segment der dauer-nervensägen aber unlängst durch eine zusätzliche kategorie erweitert. die der dauertelefonierer. ich gebe zu, dieses thema ist kein neues. schon lange stören egoistische plappermäuler die ruhe im öffentlichen raum und sind statistisch gesehen mindestens genau so verantwortlich für die lärmverschmutzung wie die autobahn a1. und doch habe ich mich bislang noch nie themenbezüglich und öffentlich mokiert. es ist an der zeit das zu ändern. den seit kurzem gehöre auch ich zu den 1,35 millionen leidtragenden schweizern.
der gemeine telefonnazi, neuerdings sogar ausgestattet mit skinhead-set, ist ein störenfried der seinesgleichen sucht. und seit gut einem monat begegnet mir ein solches exemplar täglich im zug. mir ist es ein rätsel wo genau er seinen gesprächsstoff her nimmt. immerhin telefoniert er allmorgendlich mindestens eine halbe stunde – wobei ich nicht genau sagen kann wie lange sein telefonat nach dem aussteigen noch weiter geht. der unbekannte gesprächspartner am anderen ende der metaphorisch gesprochenen leitung, leidet scheinbar am gleichen defizit – in der fachsprache als kummulativer intelligenzverlust durch überhöhte mobilfunkstrahlung deklariert. das resultat davon ist verbale diarrhoe und kontrollverlust der auditiven lautstärkenregulierung. trotz kopfhörer und dem damit verbunden privileg, 80 prozent der nebengeräusche abzudämpfen, ist sein monolog deutlich zu hören. er ist mein persönlicher hör-mann göring und in meiner fantasie stelle ich mir vor, wie ihm am internationalen militärgerichtshof in nürnberg der prozess gemacht wird. doch leider reicht diese unterhaltsame vorstellung nicht aus um das problem zu beseitigen. pünktlich um 06:37 uhr am nächsten morgen sitzt er wieder in hörweite und bespricht ein weiteres mal seine probleme – inhaltlich ähnlich spannend wie eine studie über regelmässigen geschlechtsverkehr im seniorenheim. es ist ein ärgernis sondergleichen. glücklicherweise ist seine lebenserwartung strahlungsbedingt um ein paar jahre verkürzt. trotzdem wird er meine lebenserwartung wegen des ärger bedingten magengeschwürs überdauern.
ich würde ihm ja eine sms schicken um ihn auf sein fehlverhalten hinzuweisen. doch ich habe seine nummer nicht. das leben ist nicht fair.
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die kunst zu schreiben ist die eine sache. die kunst sich täglich neue, interessante, spannende oder unterhaltsame themen auszudenken, aufzuspüren oder ihnen einfach so über den weg zu laufen, eine völlig andere. diese kunstfertigkeit kombiniert mit herzblut, selbstdisziplin und der bereitschaft viel zeit zu opfern, ergibt schliesslich einen blog. einen täglichen blog präziser gesagt. aus den wenigen artikeln entsteht nach wochen eine ganze sammlung von texten die vom täglichen leben berichten. und daraus erwächst nach gewisser zeit die bürde der schreiberei – ob man sie sich nun selber auferlegt hat, oder ob sie einem auferlegt wurde. es ist eine verplfichtung. weniger an den leser, sondern mehr an sich selbst. plötzlich sieht man sich konfrontiert mit klaren anforderungen. anforderungen an die qualität und anforderungen an die regelmässigkeit der einträge. natürlich kann man nicht von sich selber erwarten, diese anforderungen in aller form zu erfüllen. und doch verwendet man immer mehr zeit dafür, seine eigenen ansprüche zufrieden zu stellen. aus den nearly daily news werden die daily news. zurück zu kehren zu unregelmässigerem schaffen ist dem schreiber so fremd, wie dem italiener das fehlen von reibkäse am spaghettiabend. es wäre eine todsünde.
formuliert man schliesslich ein anforderungsprofil an sich selber, entdeckt man plötzlich weitere wichtige elemente. die frage zum beispiel, wie weit man für einen eintrag gehen darf, wo die grenzen des humors sind und ob es überhaupt sondergenehmigungen gibt um grenz-überschreitenden publizismus zu betreiben. einfach gesagt geht es darum, was man veröffentlichen darf und was nicht.
wer sich die mühe nahm und sich ab und zu einen beitrag der ndn zu gemüte geführt hat, weiss wo der hund begraben liegt. der schwarze humor ist das problem. und auch wenn ich die meinung vertrete, dass tabus ohnehin nur zum brechen da sind, stelle doch auch ich mir von zeit zu zeit gewisse fragen. ob ein beitrag die grenzen des guten geschmacks über- oder die gürtelline unterschreitet. ob in der untersten schublade gelagerter humor, überhaupt öffentlich zugänglich gemacht werden darf. und ob meine leserschaft überhaupt weiss, dass kein rassist, antisemit, nihilist oder misanthrop bin. eigentlich bin ich ja nur ein kind mit blühender fantasie – und einem schwer verdaulichen humor. zwischenzeitlich wurden meine texte über 2500 mal gelesen. es ist daher an der zeit stellung zu nehmen zu den anklagepunkten, welche sich dem leser zwangsläufig aufdrängen.
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erstaunlich was so ein schlüssel bedeuten kann. vor allem in einer beziehung. den scheinbar ist dieses einfache werkzeug zum öffnen von türen weit mehr als nur ein gebrauchsgegenstand. seine emotionale bedeutung in einer partnerschaft überschattet die funktionalität um längen. der schlüssel ist nämlich nicht weniger, als das höchste symbol des vertrauens.
wenn meine freunde und kollegen über beziehungen sinnieren, vor allem aber über die sozialen kompetenzen innerhalb einer partnerschaft, werde ich mit sicherheit nicht als perfektes beispiel genannt. ich mache mir einfach zu wenig gedanken. einige mögen sagen das sei egoistisch. für mich ist es lediglich unkompliziert. leben von heute auf morgen, geniessen was man hat, träumen von dem was man möchte. warum also sollte ich merken, dass sich meine freundin verzweifelt nach einem eigenen hausschlüssel für meine wohnung sehnt? immerhin kommen wir doch meistens zusammen nach hause? und immerhin wurde mir stehts gesagt, wie ungerne man alleine bei mir zu hause wäre – so mitten und alleine im dunklen park? wie hätte ich also merken sollen, dass der türöffner weit über dem stellenwert eines flaschenöffners steht? richtig. ich habe es nicht gemerkt. respektive erst dann, als ich einer serie von vorwurfs-vorträgen beiwohnen musste welche alle den selben inhalt hatten: “warum habe ich nach über einem jahr noch immer keinen schlüssel?” ich gebe es ja offen zu. die frage ist berechtigt. berechtigt und begründet. doch warum müssen frauen solche schlüsselfragen immer verschlüsseln? warum reichen 7 000 000 frauenzeitschriften im jahr nicht aus um ihnen begreiflich zu machen, dass männer auf subtile botschaften in den menschlichen untertiteln nicht ansprechen? warum, und diese frage bringt mich regelmässig um meinen schlaf, kann das leben nicht einfach EINFACH sein?
zwischenzeitlich hat sie einen schlüssel. sie ist glücklich. ich auch. so wenig hätte es also gebraucht um eine weitere konfliktsituation ohne probleme zu entschärfen. das thema gänzlich abschliessen konnte ich jedoch immer noch nicht. denn als heute gegen 03.30 uhr morgens das telefon klingelte und eine leicht angeheiterte stimme fragte “ich habe den schlüssel vergessen, kannst du mich reinlassen?”, wurde bei mir ungewollt ein ganzes sammelsurium an neuen schlüsselfragen generiert. da glaubt man die welt in ihren grundzügen zu verstehen und muss merken, dass die eigene logik selbst bei einem schlüssel versagen kann. den wenigstens beim öffnen von türen habe ich gehofft, sind sich frauen und männer einig.
als mann herrscht also auch nach vergabe eines zweitschlüssels an seine freundin strikte anwesenheitspflicht. doch wenn sich auch über sinn und unsinn dieser abweichenden schliesskultur streiten lässt, möchte ich den frauen dieser welt eine kleine hilfe mitgeben. aus diesem grund veröffentliche ich an dieser stelle einen kurzen hinweis, wie man als freundin in einer funktionierenden beziehung am schnellsten an einen schlüssel kommt.
falsche vorgehensweise:
“jetzt sind wir schon über ein jahr zusammen…”, “vertraust du mir überhaupt?”, “soll ich dann vor der tür warten wenn du nicht zu hause bist?”, “und wie soll ICH die tür aufmachen?”.
richtige vorgehensweise:
“dürfte ich einen schlüssel haben?”.
thema abgeschlossen.
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tv junky. fernsehsüchtiger. serien freak. es sind schon einige ausdrücke gefallen um meinen zustand zu beschreiben. als ich dann vor über zwei jahren meinen tv anschluss habe plombieren lassen dachte ich, dass die sklaverei endlich ein ende hat. ich habe gehofft mich von den flimmernden bildern losgerissen zu haben, endlich ein leben ohne die diktatur der tv konzerne führen zu können. die realität sah jedoch anders aus und die macher dieser serien haben beschlossen, mich weiterhin heimzusuchen. der angelköder hiess dvd. die fischerrute fernbedienung. und gemeinsam mit einem ruderboot namens abspielgerät trieb ich auf die offene see der sinnlosen unterhaltung. wieder war ich in der spirale des endlosen zeitvertreibs gefangen. gehirnweichspüler in serie eben. geschichten über mafia familien, römische cäsaren, totengräber, mysteriöse ufo sichtungen und aller art absurdes aus der kreativen welt von hollywoods top drehbuchschreibern. sich davon los zu reissen ist schwierig. denn ähnlich wie bei der beliebtesten requisite im film noir, der zigarette, ist das suchtpotential bei serien gefährlich hoch. hoch genug um einem abend für abend an den fernseher zu fesseln und hoch genug, einen flächendeckenden warnhinweis auf jeder hülle zu rechtfertigen. “macht im höchsten masse süchtig und kann zu zwischenmenschlichen mangelerscheinungen führen”. schlimmer noch. es beraubt einem dem wahrscheinlich wichtigsten gut überhaupt: der zeit die uns im leben bleibt. und die ist ja wie wir alle wissen eher knapp bemessen. es ist an der zeit es mit einem kalten entzug zu versuchen. vielleicht hilft das um wieder einen schritt näher zur realität zu kommen. und vielleicht findet früher oder später auch ein teil der ursprünglichen gehirnaktivität zurück – auf das ich künftig die fernsehlandschaft nicht mehr mit der fischereiindustrie vergleichen muss.
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als einer der wenigen glücklichen geniesse ich das privileg, den tag der arbeit gemütlich und ohne hektik im trauten heim verbringen zu können. leider durfte ich heute bereits zu früher stunde (gegen 09.30 uhr schätzungsweise) feststellen, dass mein privileg zu hause zu bleiben nicht gleich dem privileg, seine ruhe auch geniessen zu können ist. im gegenteil. mitten aus der rem-phase gerissen wurde ich kurz vor 11.00 uhr vormittags. ich realisierte lautes trommeln. wahrscheinlich in der nachbarschaft erzeugt durch bongos und deren etwas grössere, afrikanische geschwister, den congas. anfänglich glaubte ich wieder schlaf zu finden nachdem die etwas höheren töne weit weg und immer leiser wurde. doch dann setzten die bässe ein. während ich mit dem bett aufgrund der polternden lautstärke der basstrommel langsam durch die wohnung vibrierte, wurde jede hoffnung auf das erneute erreichen des tiefschlafes zunichte gemacht. ich schrieb diese lärmbelästigung der eishockey wm zu und mache mich verärgert an das schreiben eines blogs.
wie ich allerdings hier sitze wird mir klar, dass nicht das erwachen die eigentliche belästigung war. viel mehr ist es die tatsache, dass die letzten zwei stunden schlaf von trommel beeinflussten albträumen begleitet wurden. ich erinnere mich zwar nicht mehr an alles, schreckliche bilder werden mich denoch weit über diesen tag hinaus verfolgen. da war zum beispiel dieser stamm. mehr oder weniger unbekleidete krieger wie man sie aus dem fernsehen kennt. sie tanzten wild um ein grosses lagerfeuer. das rythmische trommeln begleitete sie. doch wie ich mich im dorf umsah realisierte ich, dass es überhaupt keine trommeln gab. und da bemerkte ich, dass in einem zweiten kreis, etwas dichter ums feuer, weitere einheimische tanzten. es waren die stammes frauen und durch das auf und ab hüpfen ihres brustfleisches wurden die klatschenden und trommelnden geräusche erzeugt. der “nackte” horror. doch anstatt aufzuwachen verwickelte mich mein unterbewusstsein in den nächsten traum. während das trommeln also einmal für eine dampfende lokomotive stand die durch meinen garten fuhr und schliesslich für prügelnde hooligans welche mich verfolgten, wurde ich meinem entspannten schlaf beraubt und schweissgebadet zurück gelassen.
ich werde versuchen den mir zustehenden schlaf später nachzuholen. dann träume ich hoffentlich davon, dass ich als darth kürschner zurück kehre und aus den häuten der trommler eigens für mich angefertigte ohrenstöpsel herstelle.
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in eher unregelmässigen abständen versuche ich, mein wöchentliches fitnesspensum mit neuen disziplinen zu erweitern. leider hat sich dadurch in den letzten jahren kein ausgedehntes sportprogramm ergeben. es wurde lediglich die eine übung durch eine andere abgelöst. so wechselte ich von anfänglichen rumpfbeugen zu liegestützen, später dann zum joggen oder schwimmen und heute schliesslich, bin ich bei der königsdisziplin für hobby sportler angekommen: dem seilspringen.
grundsätzlich ist das seilspringen eine tolle sachen. das nötige equipment ist leicht zu beschaffen und sowohl im ankaufspreis, wie auch in der wartung sehr preiswert um nicht zu sagen kostengünstig. das training kann auf kleinstem raum stattfinden und bis auf die lärmemissionen beim auf und ab hüpfen entstehen keine schadstoffe. der bewegungsablauf ist einfach aber effektiv und für fortgeschrittene wären sogar zusätzlich tricks wie doppelhüpfer oder links-rechts wechsler erlernbar. die optimale ergänzung also zum trägen büroalltag. doch so einfach das training mit dem seil auch scheinen mag, so schrecklich können die folgen davon sein.
montag 27. april 2009, 17.05 uhr mez. mein training beginnt. im tv läuft eine folge simpsons. die 20 minuten laufzeit der serie sollen als motivation dienen und wirken auf mich im ersten moment als realistische zeitvorgabe für eine trainingseinheit. das seil wird in schwung gebracht, die beine machen mit, die zweite umrundung findet statt – ich stehe noch. ein erstes hochgefühl macht sich breit und die trügerische hoffnung, doch besser in form zu sein als geglaubt. nach einigen minuten und vereinzelten neuanfängen wegen seil technischen bagatell zwischenfällen, wage ich mich an eine erhöhung der drehgeschwindigkeit. nachdem die ersten sprünge gelungen sind und ich mich bereits in sicherheit wiege, passiert das unglück. ein kurzer moment des unkonzentriert seins führt zu einer fehlerhaften landung. der rechte fuss schlägt ungewohnt rist-lastig auf und bricht unter dem gewicht der nachschwingenden fettpolster zusammen. gleichzeitig verwickelt sich das springseil auf beinahe absurde art und weise mit dem linken bein, den beiden armen sowie dem hals. besser verpackt als die meisten gäste auf guantanamo bay stürze ich scheinbar in zeitlupe in richtung tisch. meine kniescheibe schlägt wuchtig in die unangenehm harte kante der platte. während ich mich noch frage, ob das knackende geräusch von meinen knochen oder dem tisch erzeugt wurde, fliege ich rücklings in richtung des frisch sortierten dvd regals. unter dem tosen des holzes gehe ich zu boden, gönne meinen knien einen zweiten aufprall – dieses mal auf stein. unterdessen steht auch fest, dass dieses knackende geräusch vom knie erzeugt wurde. während in einer symphonie aus splitternden knochen und panischen schreien die dvd hüllen herunter regnen merke ich, dass die tortur noch nicht vorbei ist. mein auge hatte das glück, vom griff des springseils aufgefangen worden zu sein. die folgen davon sind eine schwerwiegende augapfelprellung sowie eine prägung meiner iris durch das hersteller logo auf der rückseite des griffs. zurück bleibt das wissen, dass eine weitere sportart für mich gestrichen ist.
stunden später schleppe ich mich mit tränendem auge erneut vor den fernseher. während dem ich mich selber mit einem lukullischen mahl für die höllenqualen entschädige, schwindet die motivation überhaupt jemals wieder eine aktive, sportliche betätigung zu betreiben. viel mehr nehme ich mir vor, künftig nach art der römischen senatoren zu speisen und die olympischen disziplinen den griechen zu überlassen.