NDN Nearly Daily News


DER BANN IST GEBROCHEN
27. Mai 2009, 07:13
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vier tage schönstes wetter, sommerliche temperaturen und eine handvoll dauergäste waren nötig dazu. das erste mal in der geschichte der ndn, ist das tagesgeschäft ausgefallen. keine gedanken zum tag, keine neuigkeiten und keine nutzlosen beiträge des kultur kreis kommandos. gähnende leere anstelle von zahlreichen schriftzeichen und bilddaten. es ist ein gefühl der erleichterung. erstens das erstaunen darüber, dass sich die welt trotz allem weiter dreht. zweitens das wohlgefühl endlich gewagt zu haben, was früher oder später ohnehin hätte kommen müssen: das ende der täglichen bloggerei. zur zeit sieht die zukunft der ndn allerdings noch einiges düsterer aus. längere abwesenheit wegen ferien und die geplante reise ins ferne australien, machen das texten und bilder basteln aus zeitgründen unmöglich – manchmal muss man eben prioritäten setzten. doch es gab auch andere anzeichen. ermüdungserscheinungen würde ich sie mal nennen. deutlich bemerkbar war es bei themen und schlagezeilen, welche mich von vor wenigen monaten brennend interessiert hätten. nehmen mir zum beispiel meinen liebling, grossrat thomas fuchs. mit freude hätte ich mich lustig gemacht über die art und weise, wie sein gesicht in die teigige masse eingearbeitet wurde die aus medizinischer sicht wohl sein kopf sein muss. ich hätte mich über sein erscheinen in den medien öffentlich mokiert und mich selber ob der berichterstattung der tageszeitungen genervt. doch diese zeiten sind vorbei. ich bin im einklang mit mir selber.

bei den treuen lesern bedanke ich mich in aller form. und natürlich ist es nicht auszuschliessen, dass die nearly daily news früher oder später reaktiviert werden – vielleicht in form eines online tagebuches über das leben des m. in down under. doch das steht in den sternen geschrieben und mit grosser sicherheit kann das noch nicht einmal madame etoile voraussagen. ich verabschiede mich fürs erste mit einem sommerlichen sprichwort und wünsche allen eine gute zeit.

gut geschwitzt ist halb geduscht

m. frutig 2009


STICHHALTIGE BEWEISFÜHRUNG
25. Mai 2009, 17:22
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oder argumentieren auf wespisch
wir menschen sind schon eine merkwürdige spezies. in tausenden vom gesetzbüchern haben wir zwischenzeitlich alles verboten und strafbar gemacht, was die zwischenmenschliche kommunikation vereinfachen und erleichtern könnte. bewusst wurde es mir einmal mehr dank der natur, die für ihren dialog wesentlich einfachere und verständlichere formen wählt. es geschah vergangenen freitag auf meiner terrasse. nichts ahnend wollte ich meinen arm im eigenen schoss versenken, als sich ein unangenehmes stechen in der unterarmgegend bemerkbar machte. erschrocken zog ich meinen arm zurück und starrte auf eine wespe, welche es sich auf meinem schoss gemütlich gemacht hat. unmissverständlich hat mir das fliegende insekt klar gemacht, dass ich meinen arm gefälligst an einem anderen ort lagern soll – und das obwohl ich kein wespisch spreche. in unserer sprache wäre ein notariell beglaubigtes schreiben in dreifacher ausführung an die beteiligten parteien gegangen, angefochten worden, zurück gewiesen und schliesslich hätte man sich damit abgefunden, seinen lebensabend mit einem fremden arm auf dem kopf zu verbringen. nicht so die wespe. die redete klartext.

ich möchte an dieser stelle nicht zu übertriebener gewalt auffordern. aber meiner meinung nach wäre die welt ein besserer ort, wenn man sich ab und zu einfach kräftig auf die rübe hauen würde. unmissverständlich und ohne der eigenen oder einer fremden sprache mächtig sein zu müssen.



DAS YAK-ROHR
22. Mai 2009, 14:13
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k3_yakrohr



WE ARE THE PARK CREW
21. Mai 2009, 15:59
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eine ode an das monbijou
das die allgemeine wetterveränderung einfluss auf die psyche der menschen haben kann, ist längst bekannt. man geht sogar davon aus, dass gezeiten, sternenkonstelationen oder vollmond phasen einfluss auf den menschen nehmen. ziehen nach einem strengen winter jedoch die ersten sonnenstrahlen und wärmetage ins land, braucht es keine wissenschaft um den einfluss auf den homo sapiens zu belegen. stubenhocker, nachtmenschen, workaholics und alle anderen welche sich gerne vor tageslicht fernhalten, spriessen plötzlich wie unförmige krokusse aus dem boden. beim einkauft heute glich der bahnhof einem geschäftigen ameisenhügel voller egoistischer ameisen die nur ein ziel haben: sonnenschein mit speis und trank. mich dabei eingeschlossen. denn meine kollegen und ich gehören zur park crew.

wenn die sonne sanft die spitzen der baumwipfel liebkost, wird der grill eingeheizt und das bier kalt gestellt. es ist ein ritus; ein organischer ablauf so natürlich wie die zirkulation von alkohl in unseren adern am ende des abends. der kleine grüne fleck im herzen der stadt bern, unser monbijoupark, wird dann mit dem duft von sanft gegrilltem und liebevoll mariniertem fleisch erfüllt. in die natürliche geräuschekulisse von zwitschernden vögeln und lachenden kindern fügt sich ausserdem genüsslich das zischen von dosenbier ein – unaufdringlich und beruhigend wie das zirpen der grillen. wir sind im einklang mit der welt und der natur. wir sind teil des biologischen ablaufes. durch uns lebt und atmet der park. durch uns gedeiht das leben…

…hier ist unserer persönlicher zen garden.



PRÄVENTIV TERRORISMUS
20. Mai 2009, 15:30
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es war heute einmal mehr in den tageszeitungen zu lesen: die terrorgefahr in der schweiz nimmt zu. das ist gut zu wissen. denn wie jedem bekannt ist, fördert permanente angst die durchblutung im gehirn und wirkt sich dadurch positiv auf die arbeitsmotivation aus (was bei mir ganz offensichtlich keine wirkung zeigt). aber lassen wir für einmal die spässe und nehmen uns dem thema ernsthafter an. wo genau liegt der nutzen bei der präventiven einschüchterung und verängstigung der zivilbevölkerung? kann man aus dieser strategie einen volkswirtschaftlichen nutzen ziehen? oder anders gefragt: was genau kann der zivilist denn tun mit dem neu erworbenen wissen, nun noch etwas stetiger bedroht zu sein? reicht es denn nicht, wenn die geheimdienste, unsere staatlichen sicherheitsorgane und die polizei über das nötige wissen verfügen? natürlich hat die öffentlichkeit ein recht auf informationen. auch ich möchte aufgeklärt werden, wenn eine gruppe schweinezüchter aus mexiko mit keuchhusten auf dem berner märit einen niesanschlag verübt. oder wenn ein mufti wegen brennendem schmerz in der milzgegend hospitalisiert wird. doch ist es wirklich nötig zu erfahren, dass unter gegebenen umständen, möglicherweise und rein theoretisch jederzeit ein terroristischer anschlag gemacht werden könnte? und das die chance auf einen solchen akt der zerstörung mit grosser wahrscheinlichkeit seit dem letzten, in der schweiz nicht existenten fall noch gestiegen sind? ich denke nein. dieses wissen ist genau so unnütz wie krebs am hoden und nichts weiter als eine permanente gemütsbelastung – mit der geringfügigen möglichkeit lebensbedrohliche auswirkungen zu haben.

es wäre allerdings kein typischer ndn blog, wenn ich auch antworten auf die zahlreichen fragen liefern könnte. denn recherchen zu diesem thema anzustellen wäre mir zu anstrengend. um dafür ausreichend angstbedingte arbeitsmotivation zu generieren müsste sich das apts (amt für präventive terror statistik) einiges mehr anstrengen.



DER MANN MIT DEM TELEFON
19. Mai 2009, 15:55
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ignorant. asozial. gesellschaftlich nicht tragbar – bestimmt denken sie an punks, neo-nazis, sd politiker oder andere angehörige von randgruppen mit eingeschränktem intellekt. für mich wurde das segment der dauer-nervensägen aber unlängst durch eine zusätzliche kategorie erweitert. die der dauertelefonierer. ich gebe zu, dieses thema ist kein neues. schon lange stören egoistische plappermäuler die ruhe im öffentlichen raum und sind statistisch gesehen mindestens genau so verantwortlich für die lärmverschmutzung wie die autobahn a1. und doch habe ich mich bislang noch nie themenbezüglich und öffentlich mokiert. es ist an der zeit das zu ändern. den seit kurzem gehöre auch ich zu den 1,35 millionen leidtragenden schweizern.

der gemeine telefonnazi, neuerdings sogar ausgestattet mit skinhead-set, ist ein störenfried der seinesgleichen sucht. und seit gut einem monat begegnet mir ein solches exemplar täglich im zug. mir ist es ein rätsel wo genau er seinen gesprächsstoff her nimmt. immerhin telefoniert er allmorgendlich mindestens eine halbe stunde – wobei ich nicht genau sagen kann wie lange sein telefonat nach dem aussteigen noch weiter geht. der unbekannte gesprächspartner am anderen ende der metaphorisch gesprochenen leitung, leidet scheinbar am gleichen defizit – in der fachsprache als kummulativer intelligenzverlust durch überhöhte mobilfunkstrahlung deklariert. das resultat davon ist verbale diarrhoe und kontrollverlust der auditiven lautstärkenregulierung. trotz kopfhörer und dem damit verbunden privileg, 80 prozent der nebengeräusche abzudämpfen, ist sein monolog deutlich zu hören. er ist mein persönlicher hör-mann göring und in meiner fantasie stelle ich mir vor, wie ihm am internationalen militärgerichtshof in nürnberg der prozess gemacht wird. doch leider reicht diese unterhaltsame vorstellung nicht aus um das problem zu beseitigen. pünktlich um 06:37 uhr am nächsten morgen sitzt er wieder in hörweite und bespricht ein weiteres mal seine probleme – inhaltlich ähnlich spannend wie eine studie über regelmässigen geschlechtsverkehr im seniorenheim. es ist ein ärgernis sondergleichen. glücklicherweise ist seine lebenserwartung strahlungsbedingt um ein paar jahre verkürzt. trotzdem wird er meine lebenserwartung wegen des ärger bedingten magengeschwürs überdauern.

ich würde ihm ja eine sms schicken um ihn auf sein fehlverhalten hinzuweisen. doch ich habe seine nummer nicht. das leben ist nicht fair.



DIE KU-KLUX-UHR
18. Mai 2009, 17:10
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k3_kukluxuhr



DAS WORT ZUM SONNTAG: NR. 10
17. Mai 2009, 21:23
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von statuten und blasen keine ahnung haben

samstag nachmittag, 16. mai 2009, die sonne scheint und die gründungsmitglieder des vereins freunde des gepflegten und sauberen stuhlgangs sind anwesend. nach mehrmaligem korrekturlesen und dem ausbessern unzähliger schreibfehler ist es so weit: der fertige ausdruck liegt vor und mit kugelschreiber in der hand und 2 promille im blut unterzeichnen vizepräsidentin murphy und präsident frutig die statuten. der vfgss ist offiziell gegründet.

die statuten sind lediglich papier, sechs seiten umfassend und wenig eindrucksvoll. viel eindrucksvoller ist jedoch die wirkung, welche es auf die anwesenden hat. ein historischer moment in der geschichte der hygiene und wohl einer der wichtigsten momente im noch jungen leben der vereinsgründer. kassier und revisor fallen sich in die arme währenddem die anwesenden gäste ihren freudetränen freien lauf lassen. es ist ein augenblick der bewegt und für die geschichte der schweiz mindestens ebenso wichtig, wie für die amerikaner 2006 die aufhebung der getrennten sitzplätze für schwarze im öffentlichen raum. wir haben geschichte geschrieben. und wir werden es wieder tun. die grundlagen dafür sind nun gesetzt.

ich erinnere mich an die zeit, als der vfgss nichts weiter als traumtänzerei war. unsere vision wurde belächelt, unsere ziele schienen unerreichbar. und doch haben wir den traum nicht aufgegeben. mit vereinten kräften und eisernem willen haben wir geschaffen was niemand für möglich hielt. und es ist ein gutes gefühl zu wissen, selber teil der weltgeschichte geworden zu sein.

statuten_unterschrieben



A STATE OF THE ART STATEMENT ON THE STATE OF THE ART
16. Mai 2009, 14:49
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die kunst zu schreiben ist die eine sache. die kunst sich täglich neue, interessante, spannende oder unterhaltsame themen auszudenken, aufzuspüren oder ihnen einfach so über den weg zu laufen, eine völlig andere. diese kunstfertigkeit kombiniert mit herzblut, selbstdisziplin und der bereitschaft viel zeit zu opfern, ergibt schliesslich einen blog. einen täglichen blog präziser gesagt. aus den wenigen artikeln entsteht nach wochen eine ganze sammlung von texten die vom täglichen leben berichten. und daraus erwächst nach gewisser zeit die bürde der schreiberei – ob man sie sich nun selber auferlegt hat, oder ob sie einem auferlegt wurde. es ist eine verplfichtung. weniger an den leser, sondern mehr an sich selbst. plötzlich sieht man sich konfrontiert mit klaren anforderungen. anforderungen an die qualität und anforderungen an die regelmässigkeit der einträge. natürlich kann man nicht von sich selber erwarten, diese anforderungen in aller form zu erfüllen. und doch verwendet man immer mehr zeit dafür, seine eigenen ansprüche zufrieden zu stellen. aus den nearly daily news werden die daily news. zurück zu kehren zu unregelmässigerem schaffen ist dem schreiber so fremd, wie dem italiener das fehlen von reibkäse am spaghettiabend. es wäre eine todsünde.

formuliert man schliesslich ein anforderungsprofil an sich selber, entdeckt man plötzlich weitere wichtige elemente. die frage zum beispiel, wie weit man für einen eintrag gehen darf, wo die grenzen des humors sind und ob es überhaupt sondergenehmigungen gibt um grenz-überschreitenden publizismus zu betreiben. einfach gesagt geht es darum, was man veröffentlichen darf und was nicht.

wer sich die mühe nahm und sich ab und zu einen beitrag der ndn zu gemüte geführt hat, weiss wo der hund begraben liegt. der schwarze humor ist das problem. und auch wenn ich die meinung vertrete, dass tabus ohnehin nur zum brechen da sind, stelle doch auch ich mir von zeit zu zeit gewisse fragen. ob ein beitrag die grenzen des guten geschmacks über- oder die gürtelline unterschreitet. ob in der untersten schublade gelagerter humor, überhaupt öffentlich zugänglich gemacht werden darf. und ob meine leserschaft überhaupt weiss, dass kein rassist, antisemit, nihilist oder misanthrop bin. eigentlich bin ich ja nur ein kind mit blühender fantasie – und einem schwer verdaulichen humor. zwischenzeitlich wurden meine texte über 2500 mal gelesen. es ist daher an der zeit stellung zu nehmen zu den anklagepunkten, welche sich dem leser zwangsläufig aufdrängen.

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DER KOHLRABBI
15. Mai 2009, 17:25
Gespeichert unter: K3 Bern Süd

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